Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft


 

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, August 2013 – Manche Schlaganfall-Patienten sterben nicht an den Folgen der Hirnschädigung, sondern an einer Lungenembolie, ausgelöst durch ein Blutgerinnsel aus den Beinvenen. Das Risiko könne einer aktuellen britischen Studie zufolge durch eine vorbeugende Thrombosebehandlung mit durch Druckluft gesteuerte Beinmanschetten deutlich gesenkt werden. Die sogenannte intermittierende pneumatische Kompression (IPK) ist eine Wechseldruck-Massage an den Beinen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) fordern jedoch weitere Studien, die die IPK mit dem Standard der Thrombosevorbeugung vergleichen: der Gabe von niedermolekularem Heparin (LMWH). Erst bei Nachweis eines Zusatznutzens zur Standardtherapie könne über den Einsatz der IPK nachgedacht werden.

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

Berlin, 2. Mai 2013 – Jeder vierte Mensch in Deutschland hat ein offenes Foramen ovale (PFO), also ein kleines Loch zwischen den beiden Herzvorhöfen. Das PFO steht bei Erwachsenen im Verdacht, einen Schlaganfall zu begünstigen. Eine aktuelle Studie bestätigt nun frühere Untersuchungen, dass bei Patienten mit Foramen ovale, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten, der Verschluss des PFO mit einem „Schirmchen" (Amplatzer-Okkluder) nicht vor einem weiteren lebensgefährlichen Schlaganfall schützt. In einer zweiten Studie war der PFO-Verschluss allerdings in einer Untergruppe der medikamentösen Therapie leicht überlegen. Aufgrund dieser beiden aktuellen Arbeiten raten die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) weiterhin zum zurückhaltenden Einsatz eines PFO-Verschlusses mittels Schirmchen, zumal beide Studien zeigen, dass das Risiko eines erneuten Schlaganfalls mit 1,3 Prozent pro Jahr sehr gering ist.

Stellungnahme der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) und des Berufsverbands Deutscher Neuroradiologen e. V. (BDNR)

Bisherige Studien zur endovaskulären Schlaganfall-Therapie zeigen keine Überlegenheit zur systemischen Thrombolyse beim akuten Schlaganfall – Randomisierte Studien zur Behandlung des akuten Schlaganfalls mit modernen Thrombektomie-Systemen dringend erforderlich.

Berlin, 21. Februar 2013 – Die Therapie der Wahl bei einem akuten ischämischen Schlaganfall ist die intravenöse Thrombolyse mit rt-PA (rekombinanter Tissue Plasminogen Activator, Alteplase) innerhalb des 4,5h-Zeitfensters. Bei größeren Thromben in der distalen A. carotis interna oder im M1- oder M2-Segment der A. cerebri media kommen verschiedene Katheter-Systeme zum Einsatz, mit denen der Thrombus entfernt wird. Drei aktuelle Studien zeigen zwar, dass die endovaskuläre Behandlung im Vergleich zur intravenösen Thrombolyse keine Vorteile erbrachte. Doch in diesen Studien wurden veraltete Thrombektomie-Systeme eingesetzt, die den neuen Stent-Retrievern nach den Ergebnissen von randomisierten Studien unterlegen sind. Für einen evidenten Vergleich beider Methoden müssen die bereits initiierten randomisierten Vergleichsstudien zwischen endovaskulärer Therapie mit Stent-Retrievern und intravenöser Thrombolyse dringend vorangebracht werden. Dies fordern die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) sowie der Berufsverband Deutscher Neuroradiologen e. V. (BDNR).

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, Januar 2013 – Drei neue Gerinnungshemmer haben sich für die Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern als sicher und effektiv erwiesen, teilen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) anlässlich einer jüngst erschienen Meta-Analyse mit. Etwa ein Prozent der Menschen in Deutschland leidet an Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung, die zu gravierenden Folgeschäden führen kann, insbesondere zum Schlaganfall. Medikamente, die eine Gerinnung des Blutes abschwächen, senken das Schlaganfallrisiko, das vom Alter und den Begleiterkrankungen abhängt. Das Risiko beträgt bis zu acht Prozent pro Jahr, das heißt: acht von hundert dieser Patienten erleiden innerhalb eines Jahres einen Schlaganfall. Besonders wichtig ist der Schutz für Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben.

Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Hans-Christoph Diener: Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen
für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)

Stefan H. Hohnloser: Johann-Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main
Med. Klinik III, Kardiologie

 

PDFButton 26. Februar 2013: Antwort der
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft:
PDF Datei  
     
PDFButton PDF Datei der Stellungnahme der DSG/DGN

 

18. Januar 2013

Zusammenfassung

Die AkdÄ hat im September 2012 die „Empfehlungen zum Einsatz der neuen Antikoagulantien Dabigatran (Pradaxa®) und Rivaroxaban (Xarelto®)“ zur oralen Antikoagulation bei nicht valvulärem Vorhofflimmern (VHF) herausgegeben (www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/LF/PDF/OAKVHF.pdf). Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) sind in Teilen nicht mit den Beurteilungen durch die AkdÄ einverstanden und kommentieren diese Empfehlungen im Folgenden kritisch:

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, Oktober 2012 – Blutgerinnsel, die durch die Verstopfung eines Hirngefäßes einen Schlaganfall auslösen, können mithilfe einer intravenösen Thrombolyse aufgelöst werden. Wenn die Gerinnsel allerdings sehr groß sind, ist diese Behandlung oft nicht erfolgreich. Hier kommen seit einigen Jahren Spezialkatheter zum Einsatz, mit deren Hilfe die Blutgerinnsel entfernt werden. Wie aktuelle Studien zeigen, hat eine neue Generation dieser Thrombektomieysteme („Clot Retriever") die Erfolgsrate dieses Eingriffs verbessert und die Sterberate halbiert. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) rechnen damit, dass die Katheterbehandlung künftig häufiger zum Einsatz kommen wird.

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, 25. September 2012 – In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 260 000 Menschen einen Hirninfarkt, etwa 63 000 Menschen sterben daran. Beim Schlaganfall kommt es auf jede Minute an: Je früher die Behandlung zum Beispiel mit einer Thrombolyse beginnt, desto besser sind die Ergebnisse. Für zertifizierte Schlaganfallabteilungen, sogenannte Stroke Units (SU), hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) jetzt neue Kriterien zur Zertifizierung vorgelegt. „Die aktuellen Anforderungen erhöhen erneut die Qualitätsstandards und fordern die Betreiber auf, über die Minimalvorgaben hinauszugehen", sagt Professor Dr. med. Otto Busse, Generalsekretär der DSG. Die bislang über 200 Stroke Units in Deutschland seien für die Versorgung von Schlaganfallpatienten unverzichtbar, betont Busse.

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, 10. September 2012 – Mit immer wieder neuen Studien ringen Neurologen darum, die Behandlung von ischämischen Schlaganfällen zu verbessern, drohende Behinderungen zu verhindern und die Genesung ihrer Patienten zu beschleunigen. Wie sich theoretisch sinnvolle Methoden ins Gegenteil kehren können, zeigte jetzt eine Untersuchung niederländischer Neurologen, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde: Acetylsalicylsäure (ASS), die innerhalb 90 Minuten nach einer Lyse-Therapie zum Auflösen des Blutgerinnsels verabreicht wurde, erhöhte in den ersten drei Monaten das Risiko von Hirnblutungen um das Dreifache, zeigte aber keinen günstigen Einfluss auf die Behinderung der Patienten. „Diese Arbeit bekräftigt eindrucksvoll die Empfehlung der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), dass ASS zwar prinzipiell in der Frühphase nach dem Schlaganfall zur frühen Sekundärprävention gegeben werden soll, aber nicht, wenn eine Lysetherapie durchgeführt wird. Dann muss mindestens 24 Stunden gewartet werden", sagt Professor Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Wegen der hohen Rate an Hirnblutungen musste die Untersuchung in Holland sogar vorzeitig abgebrochen werden.