In den verschiedenen Ländern kann
man mit 100 bis 700 Schlaganfällen pro 100 000 Menschen
und Jahr rechnen, die einen ersten Schlaganfall erleiden.
Einen ersten Schlaganfall überleben ca. 80-85% der
Patienten in der Akutphase. Von diesen Patienten erleiden
zwischen 8 und 15% im ersten Jahr ein sog. Zweitereignis.
Hierbei ist das Risiko in den ersten Wochen am höchsten
und fällt mit zunehmender Zeit zum Indexereignis
immer weiter ab. Bei TIAs sind v.a. Patienten mit zerebralen
Symptomen gegenüber jenen mit retinalen Symptomen
(Amaurosis fugax) gefährdet, sowie jene Patienten
über 60 Jahre, mit Symptomdauer länger als 10
min und Symptomen mit Lähmungen oder Sprachstörungen.
Das größte Risiko besteht in den ersten drei
Tagen nach einer TIA. Das Ziel einer sekundären Prävention
ist die Vermeidung einer erneuten zerebralen Ischämie
(TIA oder Schlaganfall) nach einem ersten solchen Ereignis.
Jede Behandlung zur Vermeidung weiterer vaskulärer
Ereignisse muss die Natur, Lokalisierung und Pathogenese
des Indexereignisses berücksichtigen. Vor einer abgewogenen
Entscheidung für die beste Sekundärprophylaxe
muss eine genaue Aufarbeitung der obigen Ursachen und
Mechanismen erfolgen.
Vier grundsätzliche Behandlungsebenen der Sekundärprophylaxe
sind erkennbar: Behandlung vaskulärer Risikofaktoren Veränderungen der Gerinnungs- oder Thrombozytenfunktionen Revaskularisation Verbesserung der Hirndurchblutung
Auf Basis der vorliegenden Studien wurden unter Anwendung
der Kriterien der evidence based medicine Leitlinien zur
Prävention und Therapie von Schlaganfall und TIA
entwickelt.