The FOOD Trial Collaboration, Lancet 2005;365:764-72
Bis zu 50% der Patienten mit akutem Schlaganfall weisen eine Schluckstörung auf. Die Studien untersuchten, ob der Zeitpunkt und die Route einer enteralen Sondenernährung das Outcome nach 6 Monaten bei diesen Patienten beeinflussen.
Multizentrische, randomisierte und kontrollierte Studien bei dysphagischen Patienten mit akutem (≤ 7 Tage) Schlaganfall. In Studie 1 wurden Patienten binnen 7 Tagen nach Aufnahme entweder frühzeitig enteral via Sonde (nasogastral o. PEG) ernährt oder dies wurde für mindestens 7 Tage vermieden. In Studie 2 wurden Patienten binnen 3 Tagen nach Rekrutierung entweder via nasogastraler Sonde oder PEG ernährt. Primärer Endpunkt für beide Studien war Tod oder schlechtes Outcome (modified Rankin 4-5) nach 6 Monaten.
In Studie 1 wurden 859 Patienten eingeschlossen. Frühzeitige Sonden-Ernährung war mit einer nicht-signifikanten absoluten Risikoreduktion für den primären Endpunkt um 5,8% (95% CI 0,8-12,5, p=0,09) assoziiert, wobei gleichzeitig der Anteil Überlebender mit schwerer Behinderung um 4,7% höher war. Studie 2 konnte 321 Patienten rekrutieren. Bei Ernährung mittels PEG wurden 1% mehr Todesfälle registriert (-10-11,9, p=0,9), das Risiko für Tod oder schwere Behinderung nach 6 Monaten war bei PEG um 7,8% höher (0,0-15,5%, p=0,05). Gastrointestinale Blutungen waren bei Sondenernährung (Studie 1: 22 vs. 11 Ereignisse, p=0,04) und nasogastraler Sonde (Studie 2: 18 vs. 5, p=0,005) signifikant häufiger.
Frühe Sondenernährung reduziert zwar Todesfälle, jedoch um den Preis eines höheren Anteils Überlebender mit schwerer funktioneller Beeinträchtigung. Die frühzeitige Anlage einer PEG kann auf Basis dieser Daten nicht empfohlen werden.
Beide Studien wurden wegen Geldmangels vorzeitig beendet. Dennoch kann gefolgert werden, dass dysphagische Schlaganfallpatienten frühzeitig mittels nasogastraler Sonde (NGS) versorgt werden sollten, während eine PEG-Anlage nur bei Intoleranz gegenüber einer NGS oder bei absehbar langfristig erforderlicher Sondenernährung zu bevorzugen ist.
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