Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft

 

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Prävention ischämischer Schlaganfälle - Gefäße

Stenting versus Operation in der Behandlung von Carotisstenosen

Brott TG et al., for the CREST Investigators. N Engl J Med 2010; DOI: 10.1056/NEJMoa0912321

Hintergrund

Stenting (CAS) und Endarteriektomie (CEA) der A. carotis interna sind Optionen für die Behandlung von Carotisstenosen, eine bedeutende Ursache ischämischer Schlaganfälle.

Methodik

Die Studie wies Patienten mit symptomatischer (max. 180 d seit Ereignis; ≥50% DSA o. ≥70% in CTA/MRA/Ultraschall) oder asymptomatischer (≥60% DSA o. ≥70% Ultraschall o. ≥80% CTA/MRA) Carotisstenose randomisiert entweder einer Behandlung mittels CAS oder CEA zu. Primärer Endpunkt war eines der folgenden Ereignisse: Periprozeduraler (30 Tage nach Randomisierung) Schlaganfall, Myokardinfarkt oder Tod jeder Ursache oder jeder ipsilaterale Schlaganfall innerhalb von 4 Jahren nach der Randomisierung.

Ergebnisse

Bei 2502 rekrutierten Patienten ergab sich während des 2,5-jährigen Follow-up (Median) kein signifikanter Unterschied bezüglich der (geschätzten) Raten primärer Endpunktereignisse zwischen CAS (7,2%) und CEA (6,8%; hazard ratio [HR] mit CAS 1,11; 95% CI 0,81-1,51; p=0,51). Auch in Abhängigkeit vom Status der Stenose (symp. vs. asymp.; p=0,84) und dem Geschlecht (p=0,34) war die Rate primärer Endpunktereignisse nicht signifikant unterschiedlich. Nach 4 Jahren allerdings differierte die Rate von Schlaganfällen/Tod signifikant zuungunsten des CAS (6,4% vs. 4,7%; HR 1,5; p=0,03); die entsprechenden Raten bei symptomatischen Patienten waren 8,0% und 6,4% (HR 1,37; p=0,14), bei asymptomatischen Patienten 4,5% und 2,7% (HR 1,86; p=0,07). Die periprozedurale Häufigkeit einzelner Endpunkte differierte ebenfalls zwischen CAS und CEA: Todesfälle 0,7% vs. 0,3% (p=0,18), Schlaganfall 4,1% vs. 2,3% (p=0,01), Myokard-infarkt (1,1% vs. 2,3% (p=0,03). Jenseits von 30 d nach Randomisierung waren die Inzidenzen ipsilateraler Insulte bei CAS und CEA ähnlich niedrig (2,0% vs. 2,4%; p=0,85).

Conclusion

Bei Patienten mit symptomatischer oder asymptomatischer Carotisstenose fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen CAS und CEA im Hinblick auf den primären Endpunkt. Periprozedural war das Risiko eines Schlaganfalls in der CAS-Gruppe höher, während bei CEA mehr Myokardinfarkte registriert wurden.

Kurzkommentar

Aufgrund der offenbar strengen Selektion von Interventionisten und Chirurgen ist CREST die Studie mit den bisher niedrigsten periprozeduralen Ereignisraten sowohl beim CAS als auch der CEA. Dennoch machen die Ergebnisse deutlich, dass ein Stenting bei Carotisstenose der Operation keinesfalls überlegen (worauf die statistischen Analysen ausgerichtet waren) und bei kritischer Betrachtung nicht einmal ebenbürtig ist. Die fehlende Differenz bezüglich des primären Endpunktes ist nämlich im Wesentlichen auf die bei der CEA doppelt so hohe Anzahl von Herzinfarkten (28 vs. 14) zurückzuführen. Allerdings war von diesen keiner letal. Zudem zeigte eine (post hoc) bei Patienten mit periprozeduralem Ereignis nach einem Jahr durchgeführte Evaluation bezüglich physischer und psychischer Langzeitfolgen, dass nur Schlaganfälle (sowohl leichte als auch schwere) mit einer signifikanten Beeinträchtigung der Befindlichkeit einhergingen. Im Einklang mit allen anderen randomisierten Studien war auch in CREST das mit CAS assoziierte Risiko periprozeduraler Komplikationen bei Patienten jenseits der 7. Dekade deutlich erhöht.

Die CEA bleibt somit bei symptomatischer Carotisstenose und insbesondere älteren Patienten die Methode der ersten Wahl. Angesichts des unter optimaler medikamentöser Therapie vermutlich sehr geringen Insultrisikos (Stroke 2010;41:e11-e17) ist die Indikation für revaskularisierende Maßnahmen bei asymptomatischen Stenosen besonders kritisch zu prüfen.

 

Die Studie wies Patienten mit symptomatischer (max. 180 d seit Ereignis; ≥50% DSA o. ≥70% in CTA/MRA/Ultraschall) oder asymptomatischer (≥60% DSA o. ≥70% Ultraschall o. ≥80% CTA/MRA) Carotisstenose randomisiert entweder einer Behandlung mittels CAS oder CEA zu. Primärer Endpunkt war eines der folgenden Ereignisse: Periprozeduraler (30 Tage nach Randomisierung) Schlaganfall, Myokardinfarkt oder Tod jeder Ursache oder jeder ipsilaterale Schlaganfall innerhalb von 4 Jahren nach der Randomisierung.