Ridker PM, et al. N Engl J Med 2005;302:1293-304.
Randomisierte Studien konnten zeigen, dass ASS in niedriger Dosierung das Risiko eines ersten Myokardinfarktes bei Männern verringert, jedoch kaum Einfluss auf das Risiko ischämischer Schlaganfälle hat. Ob dies auch für Frauen gilt, ist unklar.
39.876 bisher gesunde Frauen ≥ 45 Jahre (Mittelwert 55 Jahre) wurden randomisiert jeden 2. Tag entweder 100 mg ASS oder Plazebo zu erhalten. Während des 10-jährigen Follow-up-Zeitraumes wurde die Inzidenz des kombinieten primären Endpunktes ‚relevantes kardiovaskuläres Ereignis' (nicht-tödlicher Myokardinfarkt, nicht-tödlicher Schlaganfall oder kardiovaskulärer Tod) registriert.
Während des Follow-up wurden 477 Ereignisse in der ASS-Gruppe und 522 in der Plazebo-Gruppe bestätigt, entsprechend einer nicht-signifikanten, relativen Risikoreduktion (RRR) von 9% (rel. Risiko 0,91; 95% CI 0,80-1,03; P=0,13). Die Analyse der einzelnen Endpunkte ergab für die ASS-Gruppe eine gegenüber Plazebo 17%-ige RRR für Schlaganfall (rel. Risiko 0,83; 95% CI 0,69- 0,99; P=0,04), bedingt durch eine 24%-ige RRR für den Hirninfarkt (rel. Risiko 0,76; 95% CI 0,63-0,93; P=0,009; TIA: Rel. Risiko 0,78, 95% CI 0,64-0,94) bei nicht-signifikanter Zunahme hämorrhagischer Insulte (rel. Risiko 1,24; 95% CI 0,82-1,87; P=0,31). Kein Unterschied fand sich im Hinblick auf tödliche oder nicht-tödliche Myokardinfarkte (rel. Risiko 1,02; 95% CI 0,84-1,25; P=0,83) oder kardiovaskulären Tod (rel. Risiko 0,95; 95% CI 0,74- 1,22; P=0,68). Gastrointestinale Blutungen mit Transfusionsbedarf kamen unter ASS signifikant häufiger vor (rel. Risiko 1,40; 95% CI 1,07-1,83; P=0,02). Subgruppen-Analysen konnten zeigen, dass bei Frauen ≥ 65 Jahre ASS signifikant das Risiko für relevante kardiovaskuläre Ereignisse, ischämischen Schlaganfall und Myokardinfarkt reduzierte.
In der Primärprävention verringert ASS bei Frauen das Risiko ischämischer Schlaganfälle, nicht jedoch das Risiko für Myokardinfarkt oder kardiovaskulären Tod, so dass der Effekt auf den primären Endpunkt nicht signifikant war.
Die Ergebnisse der Studie, welche das ‚weibliche Pendant' zur vor fast 20 Jahren publizierten Physician's Health Study (N Engl J Med 1989;321:129-35) darstellt, müssen im Kontext mit den Resultaten anderer Studien zur Primärpräventon mit ASS interpretiert werden. Diese bestätigen den Geschlechts-abhängigen Effekt von ASS auf die Ereignisse Myokardinfarkt (positiv nur bei Männern) und Schlaganfall (positiv nur bei Frauen), wobei die Ursache hierfür unklar ist. Auch wenn seitens der Fachgesellschaften keine eindeutigen Empfehlungen vorliegen, erscheint die Primärprävention von Hirn- und Herzinfarkt mittels niedrig dosiertem ASS v.a. bei Frauen über 65 Jahre vertretbar.
Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft ist eine Wissenschaftliche Fach- gesellschaft.
Patienten und Laien erhalten Informationen und Beratung u.a. bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: www.schlaganfall-hilfe.de
Reinhardtstr. 14
D-10117 Berlin
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mehr...
So einfach können
Sie Mitglied werden
Aufnahmeantrag...