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Zur Geschichte der DSG

Bereits in den 1980er und 90er Jahren hatte Deutschland international eine führende Rolle in der Schlaganfallversorgung übernommen. Aus diesem Grund wurde durch die Initiative von Werner Hacke, Heidelberg, und des Kompetenznetzwerks Schlaganfall (Karl Einhäupl und Arno Villringer) am 19.12.2001 in Frankfurt anlässlich einer Sitzung des Kompetenznetzwerks Schlaganfall die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) gegründet. Sämtliche an dieser Sitzung Anwesende wurden zu ihren Gründungsmitgliedern. Die wesentlichen Ziele der DSG wurden definiert: „Förderung der klinischen Forschung Weiterbildung im Bereich des Schlaganfalls sowie die politische Interessenvertretung, um der Erkrankung „Schlaganfall“ in allen Bereichen der Gesundheitspolitik eine angemessene Bedeutung zu verschaffen.“
Der damals entwickelte Slogan gilt nach wie vor: Forschen, Fördern, Umsetzen

Der erste geschäftsführende Vorstand für die Jahre 2002 und 2003 bestand aus folgenden Personen:

1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. O. Busse, Minden
2. Vorsitzender: E. B. Ringelstein, Münster
3. Vorsitzender: W. Kuschinsky, Heidelberg
Sekretär: A. Villringer, Berlin
Schatzmeister: R. Schneider, Aschaffenburg

  

Die DSG hat in den Jahren seit ihrer Gründung einen steten Mitgliederzuwachs erfahren und weist derzeit nahezu 750 ordentliche Mitglieder mit weiterhin steigender Tendenz auf.

Die DSG ist eine Schwerpunktgesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), und in vielen Bereichen besteht naturgemäß eine sehr enge Kooperation. So werden die Leitlinien zum Schlaganfall in kooperativer und kollegialer Zusammenarbeit mit der DGN erstellt. Gesundheitspolitisch sind beide Gesellschaften gemeinsam aktiv, so wie gerade zur Zeit beim DIMDI und INEK, wenn es um die Definition des „neurologischen Sachverstands“ in der OPS geht. Außerdem haben DSG und DGN für Schlaganfallthemen eine gut funktionierende gemeinsame Pressearbeit.

Von Beginn an besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie; bereits unmittelbar nach der Gründung der DSG wurde die Arbeitsgemeinschaft Herz und Hirn ins Leben gerufen, die bis heute überaus aktiv ist. Gemeinsame Stellungnahmen zu aktuellen Entwicklungen, Herz-Hirn Veranstaltungen auf verschiedenen Jahreskongressen und ein jährliches Diskussionsforum sind die Regel. Beide Gesellschaften sind wechselseitig korrespondierende Mitglieder.

Unmittelbar nach Gründung der DSG wurden verschiedene Kommissionen gebildet. Die wichtigste Kommission der DSG ist nach wie vor die Stroke-Unit-Kommission, die zu Beginn unter der Leitung von E. B. Ringelstein, Münster, stand. Bis heute ist diese Kommission sehr aktiv und nimmt zusammen mit dem geschäftsführenden Vorstand der DSG auch gesundheitspolitisch Einfluss. Durch kontinuierliche Aktivitäten der Stroke-Unit-Kommission ist es im Jahre 2005 gelungen, die Behandlung des Schlaganfalls auf der Stroke Unit im DRG-Abrechnungssystem abzubilden - ein sehr großer Erfolg nicht nur für die Schlaganfallmedizin, sondern für die gesamte Neurologie in Deutschland. Nach wie vor sind die Etablierung und die Zertifizierung der Stroke Units mit kontinuierlicher Überarbeitung der Kriterien eine der wichtigsten Aufgaben der DSG. Im Laufe der letzten 15 Jahre seit der Gründung der DSG ist eine weitgehend flächendeckende Schlaganfallversorgung mit von der DSG zertifizierten überregionalen und regionalen Stroke Units gelungen.

Bereits seit dem Jahre 2003 bietet die DSG ein Pflegefortbildungsprogramm, den „Qualifikationskurs Stroke Unit“, an. An inzwischen 14 Fortbildungsstätten in Deutschland haben mehr als 2000 Pflegekräfte an diesem Kurs teilgenommen. Die Organisation innerhalb der DSG wird durch die Kommission „Fortbildung für Pflegekräfte“ gewährleistet.

Ebenfalls frühzeitig wurde auch die Kommission Versorgungsforschung ins Leben gerufen, die Projekte zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland bearbeitet. Die DSG und die Kommission Versorgungsforschung arbeiten eng zusammen mit bestehenden Einrichtungen zur Qualitätssicherung und Versorgungsforschung, z. B. der ADSR, dem deutschen Netzwerk für Schlaganfallregister. Unter anderem war und ist eine wichtige Aufgabe dieser Kommission die Definition und kontinuierliche Weiterentwicklung von Qualitätsindikatoren für die Schlaganfallversorgung in Deutschland.

Schon zwei Jahre nach ihrer Gründung wurde die „website“ der DSG entwickelt, die sehr gut besucht und kontinuierlich aktualisiert wird. Eine gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit war der DSG von Beginn an ein großes Anliegen. Sie wurde unter der Federführung von Martin Grond und der Thieme PR-Agentur von Jahr zu Jahr erheblich ausgebaut. Die Pressestelle der DSG versendet regelmäßig Pressemitteilungen zu aktuellen Themen der Schlaganfallmedizin, koordiniert Medienanfragen und vermittelt Experteninterviews. Zudem führt sie zu besonderen Anlässen Pressekonferenzen durch.

Die DSG verzichtet auf einen eigenen wissenschaftlichen Jahreskongress, da das Thema „Schlaganfall“ auf sämtlichen neurologischen Kongressen ein dominierendes Thema ist und die DSG regelmäßig bei der Programmgestaltung eingebunden wird. Seit dem Jahr 2010 wird die ANIM-Tagung (Arbeitstagung Neurologische Intensivmedizin) der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) gemeinsam mit der DSG organisiert. Alle gemeinsamen Veranstaltungen seit 2010 waren ausgesprochen erfolgreich und konnten Rekordbesucherzahlen verbuchen.

Die DSG organisiert seit dem Jahre 2003 jährlich Summer Schools für ärztliche Mitarbeiter der Stroke Units. Neben Neurologen bzw. Schlaganfallspezialisten kommen auch Meinungsbildner aus den benachbarten Fachgebieten der Neuroradiologie, Neurochirurgie, Kardiologie und der Grundlagenwissenschaften zu Wort. Die Summer Schools erfreuen sich großer Beliebtheit und sind regelmäßig kurz nach ihrer Ankündigung ausgebucht.

Es bestehen auch enge internationale Kontakte zur European Stroke Initiative (EUSI) und zur World Stroke Organization (WSO). Viele Mitglieder der DSG haben sich für eine gleichzeitige Mitgliedschaft in diesen Gesellschaften entschieden.

In den Jahren seit der Gründung haben sich in der DSG Organisationsstrukturen entwickelt, die die vielfältigen Aktivitäten ermöglichen und steuern können. Seit dem Jahr 2007 verfügt die DSG über einen Geschäftsführer, der die vielen Aktivitäten steuert und den Vorstand entlastet. Darüber hinaus wurde die Mitgliederverwaltung in den letzten Jahren erheblich modernisiert und vereinfacht.

Die DSG ist mittlerweile eine professionelle medizinische Fachgesellschaft geworden. Eine zunehmende Anzahl von Mitgliedern ist ihr zu wünschen. 

  

Bisherige Vorsitzende:

2001-2003 Prof. Dr. med. O. Busse, Minden
2004-2005 Prof. Dr. med. E.B. Ringelstein, Münster
2006-2007 Prof. Dr. med. M. Grond, Siegen
2008-2009 Prof. Dr. med. W. Hacke, Heidelberg
2010-2011 Prof. Dr. med. J. Röther, Minden/Hamburg
2012-2013 Prof. Dr. med. M. Endres, Berlin
2014-2015 Prof. Dr. med. G. Hamann, Wiesbaden/Günzburg
2016- Prof. Dr. med. M. Dichgans, München