Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft


 

Schlaganfall-Experten berichten auf ihrer Online-Pressekonferenz am 26. Oktober über Meilensteine ihrer 20-jährigen Aktivitäten

Berlin, September 2021 – In Deutschland erkranken jährlich rund 260.000 Menschen an einem Schlaganfall – oft mit gravierenden Folgen: Der Hirninfarkt ist der häufigste Grund einer im Erwachsenenalter erworbenen Behinderung. Der akute Schlaganfall ist jedoch seit den 1990er-Jahren hierzulande eine erfolgreich behandelbare Krankheit geworden – zum einen durch die Einrichtung von spezialisierten Spezialeinrichtungen, den Stroke Units, und zum anderen durch den Einsatz moderner Therapien wie Thrombolyse oder Thrombektomie. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) hat seit ihrer Gründung vor zwanzig Jahren massiv zu der Errichtung dieser erfolgreichen Schlaganfallversorgung beitragen. Über die Meilensteine ihrer Aktivitäten berichten die Experten der Fachgesellschaft auf ihrer Online-Pressekonferenz am Dienstag, den 26. Oktober anlässlich des Weltschlaganfalltags (29. Oktober). 

Schlaganfall-Organisationen und Patientenfürsprecher wollen möglichst einheitliche Behandlungsstandards in Europa durchsetzen

August 2021 – Mehr als eine Million Schlaganfälle jährlich und 460.000 Sterbefälle – der Hirninfarkt trifft in Europa jedes Jahr sehr viele Menschen. Rund zehn Millionen Europäer leben mit den Folgen eines Schlaganfalls. Um die medizinische Versorgung und das Wohl dieser Patienten zu verbessern, haben die European Stroke Organization (ESO) und die Stroke Alliance for Europe (SAFE) den Stroke Action Plan for Europe in Brüssel ausgerufen. Er beschreibt zentrale Versorgungsziele bis zum Jahr 2030. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft e.V. (DSG) wirkt daran intensiv mit – und macht sich in diesem Kontext für eine Verbesserung der Nachsorge hierzulande stark. In der Akutversorgung nimmt Deutschland bereits europaweit eine Vorreiterrolle ein. 

Amerikanische und kanadische Forscher entdeckten Vorhofflimmern bei Schlaganfall-Patienten mit implantierbaren Herzmonitoren deutlich häufiger als üblich / DSG empfiehlt weitere Studien

Berlin, Juni 2021 – Etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland sind von Vorhofflimmern betroffen. Sie haben ein vier- bis fünffach erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall. Die rechtzeitige Einnahme von oralen Antikoagulanzien/Gerinnungshemmern kann diese Personen vor einem Hirninfarkt schützen – oft bleibt das Vorhofflimmern jedoch lange unentdeckt. Doch neue Forschungserkenntnisse machen Hoffnung: Eine amerikanische und eine kanadische Studie haben gezeigt, dass implantierbare Herzmonitore bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall ohne bekannte Ursache hatten, Vorhofflimmern viel häufiger entdecken konnten als Standarduntersuchungen. Nach Ansicht der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) sind diese Erkenntnisse wertvoll, da bei Betroffenen so wirksame orale Antikoagulanzien/Gerinnungshemmer frühzeitiger zum Einsatz kommen und einen erneuten Schlaganfall rechtzeitig verhindern könnten. Dazu seien jedoch noch umfassendere Forschungserkenntnisse notwendig.

20. Mai 2021 – Vorhofflimmern (VHF) ist ein wichtiger Schlaganfall-Risikofaktor. Betroffene werden nach einem ischämischen Schlaganfall zur Rezidiv-Prophylaxe antikoaguliert. Patientinnen und Patienten ohne bekanntes VHF erhalten hingegen Thrombozytenfunktionshemmer, die in der Schlaganfallprävention bei VHF weit weniger effektiv sind. Ein intermittierendes VHF kann der Standarddiagnostik entgehen. Die aktuell publizierte „The Impact of MONitoring for Detection of Atrial Fibrillation in Ischemic Stroke“ (MonDAFIS)-Studie [1] untersuchte den Einfluss eines additiven EKG-Monitorings über bis zu sieben Tage auf die Rate der oralen Antikoagulation nach zwölf Monaten.

10.Mai: Tag gegen den Schlaganfall

Berlin, Mai 2021 – Eine Impfung gegen COVID-19 schützt nicht nur vor der Viruserkrankung, sondern auch vor Schlaganfällen, da diese unter Corona-Patienten vermehrt auftreten – darauf macht die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall am Montag, den 10. Mai 2021 aufmerksam. Laut den Experten sind Schlaganfälle bei COVID-19-Erkrankten zudem häufig schwerer ausgeprägt und können schlechter therapiert werden als bei anderen Patienten. Ein Schlaganfall bei einer Corona-Infektion führe darüber hinaus schneller zu einer schweren Behinderung und sei mit einer höheren Sterberate verbunden, als wenn man nicht an COVID-19 erkrankt ist. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Corona-Impfung für Schlaganfall-Patienten und für Personen, die bereits einen Schlaganfall hatten, raten die DSG-Experten diesen unbedingt zu einer Corona-Impfung.

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) begrüßt neue Initiative für mehr Reha-Sportangebote aus Nordrhein-Westfalen/ Konzept sollte bundesweit zum Einsatz kommen

Berlin, Februar 2021 – Sprachstörungen, Sehverlust, Lähmungserscheinungen – die Folgen nach einem Schlaganfall sind oft gravierend. Damit langfristigen Defiziten möglichst gut entgegengewirkt werden kann, benötigt etwa die Hälfte der rund 260.000 Patienten, die in Deutschland jährlich einen Hirninfarkt erleiden, nach der Akutphase eine intensive Rehabilitation. Gezielte Sportangebote sind dabei ein wichtiges Element, damit die Betroffenen ihre Mobilität bestmöglich zurückerlangen. In Nordrhein-Westfalen wurde deshalb vor kurzem eine Initiative für mehr Reha-Sportangebote gestartet: Landesweit sollen dafür in den kommenden zwei Jahren 70 neue Sportgruppen ins Leben gerufen werden. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) begrüßt die Initiative, die unter der Schirmherrschaft der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe steht, und spricht sich dafür aus, dass das Konzept bundesweit zum Einsatz kommt. Eine umfassende Rehabilitation mit einer individuellen Bewegungs- und Sprachtherapie sei für viele Schlaganfall-Patienten unerlässlich.

DSG-Experten appellieren: Bei Schlaganfallsymptomen sollten sich Patienten umgehend in ärztliche Behandlung begeben

Berlin, Januar 2021 – Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 haben Patienten mit Schlaganfallsymptomen viel seltener ärztliche Hilfe in Anspruch genommen als in normalen Zeiten, das belegen aktuelle Zahlen. Da jedoch auch ein leichter Schlaganfall sofort behandelt werden muss, ist dies im Hinblick auf Langzeitschäden riskant und gefährlich. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) betont deshalb, wie wichtig es ist, sich auch während der aktuellen Lockdown-Phase bei Anzeichen eines Schlaganfalls – auch wenn es sich nur um leichte Symptome handelt – umgehend medizinisch behandeln zu lassen.

DSG-Experten informieren über medizinischen Zusammenhang und geben Empfehlungen zur Prävention

Berlin, November 2020 – Menschen mit einer HIV-Infektion haben ein um rund 50 Prozent höheres Risiko, an einem Schlaganfall zu erkranken wie nicht Infizierte – darauf macht die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich des Welt-AIDS-Tages 2020 aufmerksam. Der weltweite Aktionstag, der jedes Jahr am 1. Dezember stattfindet, soll unter anderem auf Präventionsmaßnahmen gegen AIDS und auf die bestmögliche Versorgung von Infizierten hinweisen. Hier ist es laut Experten der DSG wichtig, dass Mediziner auch über den Zusammenhang zwischen HIV und einem deutlich erhöhten Schlaganfallrisiko informiert sind. So sind sie in der Lage, sowohl präventiv tätig zu werden als auch erste Anzeichen rechtzeitig zu deuten und entsprechend handeln zu können.