Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft


 

Zu wenig Betten auf Spezialstationen und zu spät eingesetzte Therapien führen zu Problemen in der Schlaganfallbehandlung

Dezember 2021 – Selbst schwer erkrankte Schlaganfall-Patienten können aufgrund der angespannten Situationen in Krankenhäusern momentan manchmal nicht adäquat behandelt werden – so die Einschätzung von Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Teilweise werden sogar Betten auf Spezialstationen für Schlaganfälle – Stroke Units – für die Behandlung von COVID-19-Patienten zur Verfügung gestellt. Notwendige Schlaganfall-Therapien – etwa die Thrombektomie und die Lysetherapie – können manchmal nicht schnell genug durchgeführt werden. Die DSG warnt: Bei einem akuten Schlaganfall zählt jede einzelne Minute, denn je eher ein Schlaganfall-Patient behandelt wird, desto besser sind seine Überlebens- und Genesungschancen – also auch die Chance, einen Schlaganfall ohne Folgeschäden wie Behinderungen zu überleben.

DSG-Experten berichten auf ihrer Online-Pressekonferenz am 26. Oktober über erfolgreiche Konzepte

Berlin, Oktober 2021 - Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute bis zum Beginn der Behandlung – dabei kommt der Telemedizin mittlerweile eine zentrale Bedeutung zu. Über hundertmal pro Tag unterstützt ein Neurologe aus einem spezialisierten Schlaganfallzentrum über eine Videoverbindung einen Kollegen aus einer Partnerklinik bei der Diagnose und Behandlung eines Erkrankten. Die Teleneurologie kommt mittlerweile jedem zehnten Schlaganfallpatienten zugute, wie Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) auf ihrer Online-Pressekonferenz am Dienstag, den 26. Oktober 2021 berichten. Mediziner kamen so pro Jahr auf über 35 000 Telekonsile. Die Corona-Pandemie hat der teleneurologischen Versorgung noch einen weiteren Aufschwung gegeben. Das Konzept ist so erfolgreich, weil gerade bei einem Schlaganfall jede Minute Zeitersparnis Leben retten und Behinderungen verhindern oder reduzieren kann. Auf ihrer Online-Pressekonferenz diskutieren die DSG-Experten über die verschiedenen Ansätze der Teleneurologie und deren Finanzierung.

Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) berichten auf ihrer Online-Pressekonferenz am 26. Oktober über die neue Leitlinie

Berlin, September 2021 – Wer nach einem Schlaganfall Störungen in der Aufmerksamkeit, im Bewusstsein oder in der Wahrnehmung hat, leidet möglicherweise unter einem sogenannten Post-Stroke-Delir. Etwa jeder vierte Schlaganfall-Patient bekommt dieses, damit einher geht auch eine fünffach erhöhte Sterblichkeit. Da Forschungen dazu bisher rar sind und es kaum standardisierte Therapien gibt, empfiehlt die neue S2e-Schlaganfall-Leitlinie zur „Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls“ (1) ein gezieltes Screening für Betroffene. Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) schließen sich dieser Empfehlung an – und stellen diese und andere zentrale Inhalte der neuen Leitlinie auf ihrer Online-Pressekonferenz am Dienstag, den 26. Oktober 2021 vor. Die virtuelle Veranstaltung findet anlässlich des Weltschlaganfalltages am 29. Oktober statt.

Schlaganfall-Experten berichten auf ihrer Online-Pressekonferenz am 26. Oktober über Meilensteine ihrer 20-jährigen Aktivitäten

Berlin, September 2021 – In Deutschland erkranken jährlich rund 260.000 Menschen an einem Schlaganfall – oft mit gravierenden Folgen: Der Hirninfarkt ist der häufigste Grund einer im Erwachsenenalter erworbenen Behinderung. Der akute Schlaganfall ist jedoch seit den 1990er-Jahren hierzulande eine erfolgreich behandelbare Krankheit geworden – zum einen durch die Einrichtung von spezialisierten Spezialeinrichtungen, den Stroke Units, und zum anderen durch den Einsatz moderner Therapien wie Thrombolyse oder Thrombektomie. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) hat seit ihrer Gründung vor zwanzig Jahren massiv zu der Errichtung dieser erfolgreichen Schlaganfallversorgung beitragen. Über die Meilensteine ihrer Aktivitäten berichten die Experten der Fachgesellschaft auf ihrer Online-Pressekonferenz am Dienstag, den 26. Oktober anlässlich des Weltschlaganfalltags (29. Oktober). 

Schlaganfall-Organisationen und Patientenfürsprecher wollen möglichst einheitliche Behandlungsstandards in Europa durchsetzen

August 2021 – Mehr als eine Million Schlaganfälle jährlich und 460.000 Sterbefälle – der Hirninfarkt trifft in Europa jedes Jahr sehr viele Menschen. Rund zehn Millionen Europäer leben mit den Folgen eines Schlaganfalls. Um die medizinische Versorgung und das Wohl dieser Patienten zu verbessern, haben die European Stroke Organization (ESO) und die Stroke Alliance for Europe (SAFE) den Stroke Action Plan for Europe in Brüssel ausgerufen. Er beschreibt zentrale Versorgungsziele bis zum Jahr 2030. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft e.V. (DSG) wirkt daran intensiv mit – und macht sich in diesem Kontext für eine Verbesserung der Nachsorge hierzulande stark. In der Akutversorgung nimmt Deutschland bereits europaweit eine Vorreiterrolle ein. 

Amerikanische und kanadische Forscher entdeckten Vorhofflimmern bei Schlaganfall-Patienten mit implantierbaren Herzmonitoren deutlich häufiger als üblich / DSG empfiehlt weitere Studien

Berlin, Juni 2021 – Etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland sind von Vorhofflimmern betroffen. Sie haben ein vier- bis fünffach erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall. Die rechtzeitige Einnahme von oralen Antikoagulanzien/Gerinnungshemmern kann diese Personen vor einem Hirninfarkt schützen – oft bleibt das Vorhofflimmern jedoch lange unentdeckt. Doch neue Forschungserkenntnisse machen Hoffnung: Eine amerikanische und eine kanadische Studie haben gezeigt, dass implantierbare Herzmonitore bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall ohne bekannte Ursache hatten, Vorhofflimmern viel häufiger entdecken konnten als Standarduntersuchungen. Nach Ansicht der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) sind diese Erkenntnisse wertvoll, da bei Betroffenen so wirksame orale Antikoagulanzien/Gerinnungshemmer frühzeitiger zum Einsatz kommen und einen erneuten Schlaganfall rechtzeitig verhindern könnten. Dazu seien jedoch noch umfassendere Forschungserkenntnisse notwendig.

20. Mai 2021 – Vorhofflimmern (VHF) ist ein wichtiger Schlaganfall-Risikofaktor. Betroffene werden nach einem ischämischen Schlaganfall zur Rezidiv-Prophylaxe antikoaguliert. Patientinnen und Patienten ohne bekanntes VHF erhalten hingegen Thrombozytenfunktionshemmer, die in der Schlaganfallprävention bei VHF weit weniger effektiv sind. Ein intermittierendes VHF kann der Standarddiagnostik entgehen. Die aktuell publizierte „The Impact of MONitoring for Detection of Atrial Fibrillation in Ischemic Stroke“ (MonDAFIS)-Studie [1] untersuchte den Einfluss eines additiven EKG-Monitorings über bis zu sieben Tage auf die Rate der oralen Antikoagulation nach zwölf Monaten.

10.Mai: Tag gegen den Schlaganfall

Berlin, Mai 2021 – Eine Impfung gegen COVID-19 schützt nicht nur vor der Viruserkrankung, sondern auch vor Schlaganfällen, da diese unter Corona-Patienten vermehrt auftreten – darauf macht die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall am Montag, den 10. Mai 2021 aufmerksam. Laut den Experten sind Schlaganfälle bei COVID-19-Erkrankten zudem häufig schwerer ausgeprägt und können schlechter therapiert werden als bei anderen Patienten. Ein Schlaganfall bei einer Corona-Infektion führe darüber hinaus schneller zu einer schweren Behinderung und sei mit einer höheren Sterberate verbunden, als wenn man nicht an COVID-19 erkrankt ist. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Corona-Impfung für Schlaganfall-Patienten und für Personen, die bereits einen Schlaganfall hatten, raten die DSG-Experten diesen unbedingt zu einer Corona-Impfung.