Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft


 

31. Juli 2020 – Gleich zwei große randomisierte, placebokontrollierte Studien [1, 2] kamen zum gleichen Ergebnis: Fluoxetin (besser bekannt als „Prozac“) konnte nicht zur Verbesserung funktioneller Fähigkeiten nach einem Schlaganfall beitragen, führte aber zu mehr Nebenwirkungen. Vor diesem Hintergrund betonen Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) die nach wie vor große Bedeutung der Frührehabilitation nach einem Schlaganfall. In diesem Bereich müsse weiter geforscht und investiert werden.

9. Juni 2020 – Nach einem Schlaganfall durch ein gefäßverstopfendes Blutgerinnsel (Thrombus) muss so schnell wie möglich die Durchblutung der betroffenen Hirnregion wiederhergestellt werden. Dies kann mit einer medikamentösen Thrombusauflösung oder durch mechanische Entfernung des Thrombus mit einem Gefäßkathetereingriff erfolgen. Eine aktuell in „The New England Journal of Medicine“ publizierte Studie vergleicht die alleinige Thrombektomie mit der Kombination beider Verfahren.

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG): Neuartiges Virus kann neurologische Krankheiten hervorrufen

Berlin, Mai 2020 – Schwere Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen – das sind bekannte gravierende Auswirkungen von COVID-19. Doch das Virus kann – insbesondere bei schweren Verläufen – auch zu einem Schlaganfall führen. Darauf macht die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall aufmerksam, der am 10. Mai als bundesweiter Aktionstag stattfindet. Zudem betont die DSG, dass ein Schlaganfall immer ein medizinischer Notfall ist und Erkrankte ihre Anzeichen ernst nehmen und sich in Behandlung begeben sollten – auch während der Corona-Pandemie. In Krankenhäusern sei das Infektionsrisiko sehr gering.

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft appelliert: Bei Anzeichen sofort in die Klinik

Berlin, April 2020 – Schlaganfallexperten raten dringend, Anzeichen für einen Schlaganfall auch in Zeiten der Corona-Epidemie ernst zu nehmen, die 112 zu wählen und sich umgehend notfallmedizinisch in einer Klinik behandeln zu lassen. Die Angst, sich dort möglicherweise mit dem SARS-Co2-Virus anzustecken, sei unbegründet: Krankenhäuser achten darauf, dass die „normale“ Notfallversorgung von der Aufnahme und Versorgung mit dem Coronavirus infizierter Patienten getrennt ist. Auch bei der sogenannten transitorischen ischämischen Attacke (TIA) besteht akuter Behandlungsbedarf, da sie der Vorbote eines starken Schlaganfalls sein kann.

12. März 2020 – Bei Schlaganfällen, die durch einen Gefäßverschluss der hirnversorgenden Gefäße durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) entstehen, muss das Gerinnsel so bald wie möglich durch eine medikamentöse Auflösung (Lyse) oder einen Gefäßkatheter-Eingriff (Thrombektomie) entfernt werden. Nur so kann das Absterben von Gehirnzellen verhindert werden. Manche Patienten stehen vor dem Schlaganfall jedoch wegen einer anderen Erkrankung unter einer gerinnungshemmenden Therapie, die im Prinzip das Blutungsrisiko bei medizinischen Eingriffen erhöhen kann. Eine Studie [1] zeigte nun, dass das Blutungsrisiko nach Thrombektomie nicht bei allen gerinnungshemmenden Substanzklassen gleichermaßen erhöht ist.

DSG befürwortet verstärkten Einsatz der Rettungswagen

Berlin – Die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten ist in Deutschland im internationalen Vergleich schon auf einem sehr hohen Niveau – doch sie könnte noch weiter optimiert werden. Wenn vermehrt speziell ausgerüstete Krankenwagen – sogenannte Mobile Stroke Units – zum Einsatz kommen würden, könnte das die Behandlungsergebnisse noch erheblich verbessern. Laut einer aktuellen Studie traten bei Patienten, die direkt nach einem Schlaganfall in diesen technisch und personell speziell ausgerüsteten Einsatzfahrzeugen behandelt wurden, signifikant weniger Todesfälle und Behinderungen auf als bei Erkrankten, die erst im Krankenhaus eine Behandlung erhielten. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Professor Dr. med. Heinrich Audebert, Experte der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und seinem Berliner Forscherteam, die kürzlich auf der International Stroke Conference (ISC) in Los Angeles vorgestellt wurde. Nach Erkenntnis dieser Studie befürwortet die DSG den vermehrten Einsatz dieser Rettungswagen.

Berlin, Januar 2020 – Wer bereits einen Schlaganfall erlitten hat, kann das Risiko für einen weiteren Hirninfarkt durch eine lipidsenkende Therapie mit Statinen nachweislich reduzieren. Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) empfehlen die regelmäßige Einnahme der Cholesterinsenker zur Sekundärprävention. Doch wie weit sollte der Cholesterinwert abgesenkt werden? Dazu fehlten bisher aussagekräftige Erkenntnisse. Eine aktuelle Studie aus dem „New England Journal of Medicine (NEJM)“ schließt diese Lücke: Demzufolge sollte der LDL-Cholesterinwert bei Patienten mit Hirninfarkten oder kurzen Durchblutungsstörungen des Gehirns, sogenannten TIAs, und gleichzeitiger Atherosklerose der hirnversorgenden Arterien auf unter 70mg/dl herabgesenkt werden.

Berlin, Dezember 2019 – Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde –eine schnelle Reaktion des Patienten oder seines Umfeldes ist gefragt. Doch welche Symptome deuten auf einen Hirninfarkt hin? Wie verhält man sich in einer solchen Situation richtig? Und worauf ist in der Rehabilitationsphase nach einem Schlaganfall zu achten? Gesundheits-Apps können Betroffene hier unterstützen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) befürwortet den Einsatz solcher digitalen Helfer, sofern sie bestimmten Qualitätskriterien entsprechen. Die Fachgesellschaft begrüßt deshalb den Vorstoß des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ab 2020 Gesundheits-Apps auf Rezept einzuführen.