Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft


 

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, Mai 2014 – Schlaganfälle sind in Deutschland die dritthäufigste Todesursache. Wenn ein Gerinnsel ein Blutgefäß im Gehirn blockiert, kommt es auf jede Minute an. In dem Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) des Berliner STEMO Consortiums der Feuerwehr und der Charité kann die rettende Schlaganfallbehandlung bereits während der Fahrt in die Klinik begonnen werden. Eine jetzt im amerikanischen Ärzteblatt JAMA veröffentlichte Studie bestätigt, dass die Therapie sicher ist und die Dauer bis zum Therapiebeginn um durchschnittlich 25 Minuten verkürzt wird. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) halten die Ergebnisse des STEMO-Projekts für interessant, betonen jedoch, dass gezeigt werden muss, dass sich die Ergebnisqualität tatsächlich bessert und dass bei den erheblichen Kosten eine positive Kosten-Nutzen-Relation erbracht werden muss.

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, Mai 2014 – Bei jedem vierten ischämischen Schlaganfall bleibt die Ursache im Dunkeln – das sind allein in Europa und Nordamerika jährlich 300.000 Patienten. Eine internationale Arbeitsgruppe kommt zu dem Schluss, dass vielen dieser kryptogenen Schlaganfälle eine Embolie als Ursache zugrunde liegt und diese Patienten daher in einer eigenen Krankheitsgruppe zusammengefasst werden sollten. „Diese Arbeitsgruppe hat eine hilfreiche operationale Definition des Krankheitsbildes geschaffen. Auf dieser Basis können nun neue Konzepte einer Sekundärprävention sinnvoll evaluiert werden", kommentiert Professor Dr. med. Martin Grond, Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Studie. Er begrüßt auch die Forderung der Arbeitsgruppe nach randomisierten Präventionsstudien mit neuen oralen Antikoagulanzien (NOAC).

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC)

Berlin, April 2014 – Nach einem sehr schweren Schlaganfall entfernen Ärzte mitunter Teile der Schädeldecke: Denn diese „Hemikraniektomie" nimmt den Druck vom Hirn und erhöht so die Überlebenschancen deutlich. Jetzt hat eine Studie gezeigt, dass auch Patienten über 60 Jahre von einem solchen Eingriff profitieren. Für die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) ist dies jedoch ein Anlass, darauf hinzuweisen, dass viele Überlebende schwere Behinderungen zurückbehalten. „Für Betroffene und Angehörige ist das eine schwierige Entscheidung, die im Gespräch mit dem Arzt genau abzuwägen ist", sagt Professor Dr. med. Joachim Röther, Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, Februar 2014 – Einen Schlaganfall, früher eine Erkrankung des höheren Alters, erleiden heute immer häufiger Menschen, die in der Mitte des Lebens stehen. Dies zeigt eine neue Auswertung der weltweit ausgerichteten „Global Burden of Disease"-Studie, die im Januar 2014 in der renommierten Fachzeitschrift „Lancet" veröffentlicht wurde. So ist in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren die Sterberate deutlich gesunken, wohingegen beispielsweise in Russland besonders viele Menschen am Schlaganfall sterben. Für die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) ist dies Anlass, auf unterschätzte Risikofaktoren der Erkrankung hinzuweisen, zu denen hoher Blutdruck, Rauchen, hohe Blutzuckerwerte, Bewegungsmangel und falsche Ernährung gehören.

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Berlin, Januar 2014 – Die Sorge, dass die häufig verschriebene Medikamentenklasse der Cholesterinsenker (Statine) das Gedächtnis schädigen könnte, scheint unbegründet. In einer Übersichtsarbeit, bei der Studien mit mehr als 23.000 Männern und Frauen ausgewertet worden waren, fanden US-Forscher bei kurzfristiger Einnahme kein erhöhtes Risiko und bei längerer sogar einen Schutzeffekt. „Unterm Strich könnten laut dieser Studie Statine das Risiko einer Demenz um 29 Prozent senken, wenn sie ein Jahr oder länger eingenommen werden", fasst Professor Matthias Endres, zweiter Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und Direktor der Klinik für Neurologie an der Berliner Charité, das Ergebnis der Meta-Analyse zusammen. Im Umkehrschluss sollten Statine aber nicht entgegen ihrer Zulassung als Anti-Demenzmittel eingesetzt werden, betont Professor Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Regelmäßiger moderater Sport zeige sich als Vorsorgemaßnahme gegen Demenz ähnlich wirksam.

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

20. Dezember 2013 – Die Schlaganfallursache Vorhofflimmern kann bei Patienten mit einem besonders hohen Wiederholungsrisiko durch eine verlängerte Überwachung mit dem EKG identifiziert werden. Damit können noch mehr Risikopatienten vor einem erneuten Schlaganfall geschützt werden, so das Ergebnis einer Studie mit mehr als tausend Patienten, über die Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) in der Fachzeitschrift Stroke berichten. „Die in Deutschland sehr gut ausgebaute Infrastruktur der Schlaganfallspezialstationen hat eine wohl durchdachte, gründliche Studie ermöglicht. Sie gibt praxisrelevante Antworten auf die Frage, wie wir die Versorgung unserer Patienten verbessern können", kommentiert Professor Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

21. November 2013 – Die neuen oralen Antikoagulanzien Apixaban, Dabigatran und Rivaroxaban (NOAC, novel oral anticoagulants) reduzieren bei Patienten mit Vorhofflimmern das Risiko einer intrakraniellen Blutung. Hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit zeigen sich dabei keine Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt in JAMA Neurology erschienene Studie. „Unter NOACs zeigt sich eine bis zu 70-prozentige relative Risikoreduktion bei intrakraniellen Blutungen", erklärt Prof. Dr. Joachim Röther, Sprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und Chefarzt für Neurologie an der Asklepios Klinik Altona. „Dass die neuen oralen Antikoagulanzien das Risiko für intrakranielle Blutungen deutlich senken, hatten bereits mehrere Studien nachgewiesen", kommentiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Leiter der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen. Unklar war bislang allerdings, ob der Nutzen bei allen drei derzeit verfügbaren NOACs gleich gut ist. „Die US-amerikanische Studie von Dr. Chatterjee und seinem Team belegt jetzt überzeugend, dass zwischen Apixaban, Dabigatran und Rivaroxaban hinsichtlich der Reduktion intrakranieller Blutungen keinerlei Unterschiede bestehen", erklärt Diener.

Berlin, Oktober 2013 – Nach einem Schlaganfall leidet jeder dritte Patient an einer Depression. Eine frühzeitige Behandlung kann sie abschwächen oder sogar verhindern. Die Medikamente stabilisieren dabei nicht nur die Psyche, sie können auch einen wichtigen Beitrag zur Rehabilitation leisten. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) empfiehlt daher, alle Schlaganfall-Patienten frühzeitig auf das Vorliegen depressiver Symptome zu untersuchen. Wie Menschen bei und nach einem Schlaganfall optimal behandelt werden, diskutieren Experten auf der Pressekonferenz der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft am 24. Oktober 2013 anlässlich des Weltschlaganfalltages in Berlin.