Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft


 

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) begrüßt neue Initiative für mehr Reha-Sportangebote aus Nordrhein-Westfalen/ Konzept sollte bundesweit zum Einsatz kommen

Berlin, Januar 2021 – Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 haben Patienten mit Schlaganfallsymptomen viel seltener ärztliche Hilfe in Anspruch genommen als in normalen Zeiten, das belegen aktuelle Zahlen. Da jedoch auch ein leichter Schlaganfall sofort behandelt werden muss, ist dies im Hinblick auf Langzeitschäden riskant und gefährlich. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) betont deshalb, wie wichtig es ist, sich auch während der aktuellen Lockdown-Phase bei Anzeichen eines Schlaganfalls – auch wenn es sich nur um leichte Symptome handelt – umgehend medizinisch behandeln zu lassen.

„Eine individuelle Rehabilitation nach einem Hirninfarkt ist in vielen Fällen ein zentrales Element in der Schlaganfall-Behandlung“, betont Professor Dr. med. Helmuth Steinmetz, 1. Vorsitzender der DSG. „Der erste Schritt der Rehabilitation beginnt schon auf der Schlaganfallspezialstation – der sogenannten Stroke Unit. Die Reha wird dann anschließend in einer spezialisierten Klinik fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht, dass Patienten mit Bewegungseinschränkungen nach einem Schlaganfall ihre Mobilität zurückerlangen – und so ihren Alltag wieder weitestgehend selbständig bestreiten und möglicherweise sogar in ihren Beruf zurückkehren können. „Mit gezielten Logopädie-Einheiten wird zudem einer bestehenden Schluckstörung sowie Defiziten in der Sprache entgegengewirkt“, so Steinmetz. Dabei sei der Erfolg sehr stark vom jeweiligen Engagement des Patienten abhängig: Nur wenn dieser das in der Reha-Klinik erlernte hinterher aktiv in seinem Alltag umsetzt, sei eine Rehabilitation langfristig auch erfolgsversprechend.

Im Fokus der neuen Reha-Sportgruppen in NRW, die ergänzend zur gängigen Schlaganfall-Rehabilitation angeboten werden, steht das Training eines sicheren Ganges, die Neuerlernung von alltäglichen Bewegungsabläufen ebenso wie ein Gedächtnistraining. Nach Ansicht von DSG-Experten sollten nach diesem Vorbild bundesweit zukünftig bundesweit mehr Reha-Sportgruppen ins Leben gerufen werden, die sich auf die gezielte Rehabilitation nach einem Schlaganfall spezialisieren.

Bei der Rehabilitation kann nach Einschätzung der DSG auch der Einsatz von Robotern hilfreich sein: „Wenn Patienten nach einem Schlaganfall Bewegungen wieder erlernen, ist dies häufig mit extremen Anstrengungen verbunden – und das teilweise schon bei den kleinsten alltäglichen Bewegungen“, betont Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. „Gerade wenn Patienten die Bewegungen nur mit vielen Wiederholungen oder hohem Kraftaufwand ausführen können, bieten Roboter dabei eine gute Unterstützung.“ Diese würden beispielsweise zur Förderung der Mobilisation, des Gangtrainings und des Trainings der Arm- und Handfunktion verwendet.

Die hohe Relevanz einer gezielten Schlaganfall-Reha wurde auch während der Corona-Pandemie deutlich: „In der ersten Lockdown-Phase der Pandemie im Frühjahr 2020 kam es teilweise zu längeren Wartezeiten auf einen Reha-Platz, da Kapazitäten für mögliche Corona-Fälle in Reha-Einrichtungen freigehalten wurden“, sagt der 1.DSG-Vorsitzende Steinmetz. „Da es dadurch zu problematischen Engpässen in der Schlaganfallversorgung hätte kommen können, wurden die Reha-Plätze jedoch rasch wieder vermehrt für Schlaganfall-Patienten bereitgestellt – was aus unserer Sicht die absolut richtige Entscheidung war.“ Auch im Hinblick auf die aktuelle zweite Corona-Welle plädiert die DSG dafür, in Schlaganfallreha-Einrichtungen unbedingt ausreichend Kapazitäten freizuhalten. 

  

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen:

Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz
Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Evangelisches Klinikum Bethel
Klinik für Neurologie
Haus Gilead I | Bethel
Burgsteig 13
33617 Bielefeld
Telefon: +49 521 77278301

    

Kontakt für Journalisten:

Pressestelle der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Friederike Gehlenborg
Tel.: +49 (0)711 8931-295, Fax: +49 (0)711 8931-167
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