2. Deutscher Schlaganfallkongress: fachlich stark, lebendig und produktiv
(15.09.2026) Volle Säle bis zum Samstagmorgen, lebhafte Diskussionen und neue Kooperationen für die Schlaganfallforschung: Der 2. Deutsche Schlaganfallkongress der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, der DSG26, hat gezeigt, dass sich das junge Kongressformat als zentraler Treffpunkt der Schlaganfallmedizin etabliert. 900 Teilnehmende kamen vom 10. bis 12. September im Berliner Henry-Ford-Bau zusammen.
„Wir hatten einen wirklich beeindruckenden Kongress“, zieht Kongresspräsident Prof. Martin Köhrmann, stellv. Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen, nach zweieinhalb Tagen Bilanz. Das Programm bildete die gesamte Breite der Schlaganfallmedizin ab – mit kontroversen Pro-Con-Sessions, aktuellen klinischen Studien und viel Raum für neue Ideen. „Man wird immer wieder überrascht. Auch ich als alter Hase unseres Faches hatte in den Pro-Con-Sessions Momente, in denen ich dachte: Da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Gut, dass ich hier war.“
Neue Formate bringen Studien voran
Sehr gut kam auch das neue Format der Speed-Dating-Sessions an. Leiterinnen und Leiter klinischer Studien stellten hier ihre Projekte bereits während der laufenden Forschung vor – nicht erst nach deren Abschluss. Gesucht wurden weitere Studienzentren, Mitarbeitende und Kooperationspartner. „Dabei wurde sichtbar, wie aktiv die Schlaganfallszene in Deutschland bei großen Studien ist, und wie sie die Medizin weltweit voranbringen kann“, so Köhrmann. Auch Kongresssekretär Prof. Benedikt Frank, Oberarzt in der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen, überzeugte das Format: „Man konnte miterleben, wie hochwertig die aktuell geplanten Studien sind.“ Einige der Ergebnisse aus den derzeitigen Projekten dürften bereits Stoff für kommende Schlaganfallkongresse liefern, sind sich beide einig.
Nachwuchs auf die große Bühne
Das Kongressteam hatte bei der Planung in diesem Jahr vor allen Dingen die jungen Kolleginnen und Kollegen im Blick. Ausgewählte Abstracts wurden deshalb nicht nur als Poster präsentiert: In nahezu allen Themenblöcken erhielten Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, ihre Arbeiten im regulären Vortragsprogramm vorzustellen. „Ich weiß selbst noch, wie aufgeregt ich bei meinem ersten Vortrag war“, erinnert sich Köhrmann. „Deshalb fand ich es extrem wichtig, den jungen Mitgliedern der Stroke Units hier Möglichkeiten zu geben, Erfahrungen zu sammeln und sich zu bewähren.“
Interdisziplinäres und multiprofessionelles Netzwerk gestärkt
Wie gut der Kongress als Ganzes angenommen wurde, zeigte sich für Kongresssekretärin Sabrina Geiermann nicht zuletzt an den durchgehend gut besuchten Veranstaltungen: „Selbst früh morgens und am Samstag waren beeindruckend viele Menschen in den Sessions.“ Zugleich sei es gelungen, die verschiedenen Berufsgruppen wie auch Fachdisziplinen miteinander ins Gespräch zu bringen. Ärztliches Fachpersonal, Pflege und therapeutische Berufe diskutierten gemeinsam über neue Ansätze für die Versorgung. 900 registrierte Teilnehmende, 199 Referierende, 88 Abstracts und mindestens 200 vertretene zertifizierte Stroke Units unterstreichen die fachliche Breite des DSG26 auch in Zahlen. Für Köhrmann verbindet sich mit dem erfolgreichen Kongress zugleich ein Auftrag: „Wir müssen am Ball bleiben, um den Schlaganfall stärker auf die Agenda zu bringen. Diese wichtige Erkrankung wird gesellschaftlich noch viel zu wenig beachtet.“
2027 geht der Deutsche Schlaganfallkongress in Frankfurt in die nächste Runde.
Vom 23. bis 25. September wird der 3. Deutsche Schlaganfallkongress, der DSG27, auf dem Campus Riedberg in Frankfurt am Main stattfinden.





